Gargano

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Gargano : Historische Notizen

Die Entdeckung der Felsmalereien, Grabstätten und der Reste der Steinwerkzeuge bezeugt die Existenz von Menschen seit der Steinzeit. Am Anfang des 6. Jahrtausends vor Christus lernten die Bewohner des Gargano, die bis dahin nur als Jäger und Sammler tätig waren, von den Händlern von den syrisch-anatolischen Küsten die Technik der Viehzucht und der Landwirtschaft und machten so den Übergang vom Nomadentum zur Seßhaftigkeit. Der Übergang vom Paläolithikum zum, Neolithikum ist bei der Ausgrabung verschiedener hauptsächlich in der Nähe des Meeres angesiedelter Dörfer (um Mattinata, Manaccore, bei der Mündung des Candelaro etc.) dokumentiert. Der Grund für die Wahl solcher Standorte ist in der Angst vor den unwegsamen und gefährlichen Bergen zu suchen, die die antike Bevölkerung seit jeher hatte, aber auch wegen der größeren Leichtigkeit des Kontaktes und des Tausches mit den mittelorientalischen Händlern, die an den Küsten des Vorgebirges landeten. Mit der Ankunft von Siedlern von der gegenüberliegenden Küste derAdna und der ägäischen Küsten begann sich die Bevölkerungsgruppe der Daunier zu formieren. Zu dieser Zivilisation, von der man bis jetzt recht wenig weiß, gehören die Grabsäulen die man fast überallfindet; diese sind aus dünnen, rechteckigen Kalkplatten zusammengesetzt mit einem aufgesetzten Kopf und verziert mit Szenen der Jagd, des Fischfangs, der Seefahrt und dem häuslichen Leben. Der griechische Einfluß ist ziemlich bescheiden gewesen, wenn man von den Handelsbeziehungen und der Übernahme von einigen Mythen, unter denen die des Diomedes ist, der verschiedene apulische Städte gegründet haben soll, absieht. Zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert vor Christus ist der Gargano so wie der Rest Apuliens Rom unterworfen gewesen, aber wegen seiner unwegsamen Natur ist er von den großen Verkehrswegen (Via Appia Traiana und Via Litoranea) abgeschnitten geblieben. Siponto und Vieste wurden blühende Häfen für den Handel mit der griechischen Küste, aber der größte Teil des garganischen Vorgebirges fühlte wenig des römischen Einflusses, dessen Präsenz, wenn auch feinmaschig, immer sehr bescheiden war. Nach dem Fall des Römischen Reiches wurden die sumpfigen und morastigen Gebiete von der Geißel der Malaria heimgesucht, an die sich die Sarazenen- und Byzantinereinfalle anschlössen. Dies führte dazu, daß die Bevölkerung die Küstenregionen verließ und Schutz in den inneren Gebieten suchte. Der Gargano erfuhr einen erschreckenden Bevölkerungsschwund und einen Rückgang der Landwirtschaft, so daß der Wald die alten kultivierten Flächen überwucherte. Der Versuch diese Entwicklung einzudämmen trägt zu der Entstehung des Erzengel-Michael-Kultes auf dem Vorgebirge bei, in dem der Wallfahrtsort auf dem Monte Sant'Angelo eine besondere Bedeutung speziell zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert gewinnt und fast zu einer obligatorischen Etappe für den wird, der sich ins Heilige Land begibt. Zu den Eselswegen kamen neue Straßen, an denen neue Siedlungen und Kultstätten entstanden. Nach den Langobarden kommen die Byzantiner, dann die Normannen und dann die Kapetingerund die Aragonier. Ab dem 15. Jahrhundert beginnt der Gargano unter verschiedenen Feudalherren aufgeteilt zu werden und diese Aufteilung bleibt auch während der französisch-spanischen Kriege, unter der spanischen und bourbonischen Herrschaft und blieb bis zur Einheit Italiens so.

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